Lilo David 

Ihre Reise kann beginnen

Besetzt - oder, warum Frau Schlange stehen muss.


Hand aufs Herz, meine Damen.  Stellen Sie sich nicht auch öfter die Frage, warum Frau beim Müssen Schlange stehen muss ?. 

Ich wundere mich jedes Mal wieder, wenn ich meinem natürlichen Drang nachgehe und mal wieder feststellen muss, dass ich länger als die Pause brauchen werde,  um ein natürliches Bedürfnis nachzugehen.  Egal, ob bei einem Konzert, Opern-Besuch,  Kinobesuch oder im Theater. Ja. Selbst auf privat Feiern stehen wir geduldig wartend bis wir an der Reihe sind. 

Deshalb ist es ja auch Uso , dass wir Frauen stets zu zweit aufs stille Örtchen gehen. Nicht etwa, weil wir uns nicht alleine trauen, sondern, der einzig wahre Grund ist der,  sich die Wartezeit mit einem kleinen Plausch zu verkürzen. So manche essentielle Frage konnte somit schon vor der Tür zum Damenklo abschließend geklärt werden.  Vor dem Spiegel, nach dem Gang , kommen grundsätzliche Lebensfragen kaum noch zur Sprache. Da geht es  nur noch um die Frage, ob der Lidstrich noch sauber sitzt und ob wir uns vielleicht doch noch ein wenig die Lippen mit unseren neuen Lippenstift bepinsel sollten, um frisch und gut aussehend zurück zu unseren Liebsten zu  eilen. Natürlich im Dauerschritt. Die verlorene Zeit muss ja irgendwie aufgeholt werden .

 Und hier mal eine Frage an die  wehrten Herren.

 Haben Sie eine Ahnung wie viele Anfänge eines zweiten Aktes , oder den Lieblingssong, auf den wir sehnsuchtsvoll gewartete habe ,  die Damenwelt auf Grund der Schlange vor dem Klo nicht mitbekommen hat ?. Eben. Im Grunde müssten wir eigentlich immer den halben Preis unserer Eintrittskarte erstattet bekommen. So zu sagen als Wiedergutmachung !. 


Mir ist es schleierhaft, warum es den Architekten nicht einfällt anstatt einer Damentoilette gleich zwei , drei oder ein halbes Dutzend zu bauen. Vielleicht wäre mir somit manche Enttäuschung erspart geblieben. Dann müsste ich nämlich nicht meinen Pausen-Sekt in einem Zug leeren, bräuchte bei wichtigen Dingen niemanden vorher erzählen, dass ich vorhabe mal eben kurz für kleine Prinzessinnen zu gehen und ich hätte garantiert die wahnsinnig tolle Ansprache auf so mancher Feier ganz oder überhaupt mitbekommen. 


Aber NEIN.  Es ist einfach ein Graus mit den Architekten. Stur setzte Sie sich über diesbezügliche weibliche Wünsche hinweg. Es ist als gäbe es dieses Phänomen überhaupt nicht. 


Ich kenne kein weibliches Wesen, dass nicht neidisch in Richtung Herrenklo blickt. Selbst dann, wenn es  dem Innern so mancher Geruch entströmt auf dessen Herkunft ich jetzt nicht näher eingehen möchte. 


Was haben es die Männer gut !. 


Ob vor Beginn, während der Pause, oder  nach der Veranstaltung.................. es ist immer frei und nie auch nur ansatzweise  auch nur der Kopf einer Schlange zu sehen. 

Und ich frage mich jedes Mal--------------------------------- wie machen die das. 


Gut. Wir Frauen und das gebe ich zu, haben selbstredend natürlich immer ein oder zwei Kleidungsstücke mehr die wir in Windeseile, denn Zeit können wir uns ja nicht lassen,  wie auch, wenn man weiß, dass vor der Tür ein Dutzend Frauen darauf warten rein gelassen zu werden. 


Hat man es dann endlich geschafft  hat man Mühe den Weg zum Waschbecken unbeschadet zu finden. Entweder ist der Gang zu eng und man kommt nur mit Mühe dorthin wohin man möchte, oder, man kommt erst gar nicht aus dem Klo, weil mindestens zwei  Frauen so eng vor der Tür stehen, dass man glaubt,  es wäre besser man hätte sie dazu eingeladen sich mit auf die Klobrille zu setzten. 

Aber selbst dann, wenn man unbeschadet endlich vor dem Waschbecken steht, erwartet einen als Frau noch die allerletzte Herausforderung. Draußen vor der Damentoilette hat sich mittlerweile eine Endlos- Schlange von Frauen gebildet, die von der letzten Reihe im Theater bis hin zur Toilette reicht. Hat man auch diese letzte Hürde geschafft ja dann ist man geschafft. 


Neidisch, fragend und genervt  riskiert man einen Blick hinüber zur Herrentoilette. 

 Nicht, aber auch wirklich nichts rührt sich da. Hin und wieder öffnet sich die Tür und heraus kommt ein zufrieden lächelndes Mannsbild. 

 Immer eine Hand am Schritt. Ich weiß nicht warum. Aber  so ist. Höchstwahrscheinlich , weil sonst niemand mit ihnen auf dem Klo ist, der mit einem Blick sagen könnte: 


" Junge , alles in Ordnung -kannst raus gehen ".................


Also , meine Damen.  Bislang blieb es mir vergönnt eine plausible Erklärung für das Toiletten - Phänomen zu finden. 

Aber seit Samstag habe ich eine Theorie und ich glaube, dass sie der Schlüssel für all unsere Fragen ist. 


Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich erleben, dass die Menschenschlange vor dem Herren-  Klo länger war als die der Damen. 

 Hamburg und seinem CSD sei Dank...............

Staunend stand ich da und konnte es kaum fassen. Schön dachte ich, dann bist du ja  fix wieder draußen und verpasst dieses Mal nichts. 

Und dann , man glaubt es kaum, hat es wieder ellenlang gedauert und ein Herr nach dem anderen ging an mir vorbei. Fragend sah ich den vorbei eilenden Männern hinterher und dachte so bei mir:

> Wie machen die das? > 



Doch dann , als ich gefühlte zwanzig Minuten später  auf Augenhöhe mit dem Herren- Klo stand konnte ich das Geheimnis lüften.


Es liegt nicht daran, dass sie schneller sind als wir. 

Nein. Mitnichten ist es so.

Tatsächlich liegt es daran, dass die wehrten Herren, Einer nach dem Anderen sich in  eine Toilette drängen, die vielleicht maximal 10 qm. maß und  sich darum scherten, ob vielleicht das Pinkelbecken besetzt war. Höchstwahrscheinlich stehen demzufolge die Männer wohl  zu dritt, viert oder wenn es passt sogar zu fünft einträchtig Strullend vor einem Urinal....................... 


Gleich dem Motto: 


Nach mir die Sintflut............... Hauptsache es löpt.......................

 Was sagt mir das als Frau ?...


Entweder nehme ich in Kauf, dass ich zukünftig mir meine Toilettenbrille mit zwei weitern Damen teilen muss oder 

wir lernen müssen, wie es im Stehen funktioniert..............................


Wobei............


Vielleicht warte ich doch lieber vor der Tür. 

Wozu gibt es Freundinnen und wenn die nicht greifbar sind................. liest man während der Wartezeit einfach ein gutes Buch.


In diesem Sinne 

Herzlichst 

eure Lilo. 





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