Lilo David 

Ihre Reise kann beginnen

Keine Ahnungen von nichts.......

Neulich fragte mich doch tatsächlich ein lieber Freund „ Sag mal, für wen schreibst du eigentlich?“ Tja, antwortete ich: „ Du. Ich hab null Ahnungen“. Wenn mein Freund geahnt hätte welche Fragen er damit in mir aufgeworfen hat, hätte er mir garantiert diese Frage nicht gestellt. Aber so sind Freunde nun mal. Sie wollen immer alles wissen und stellen manchmal Fragen, die andere nicht mal im Traum fragen würden. Was soll ich sagen. Es ist wie es ist. Ich hab null Ahnungen von nichts. Sie glauben mir nicht? Und ob, dass so ist.

Natürlich weiß ich einiges und ich behaupte mal ganz salopp, dass mein IQ nicht von schlechten Eltern ist. Ich bin belesen, gehe gerne in Museen und lass mir das eine oder andere Theaterstück  gefallen. Ich  liebe Opern und Musicals, höre gerne klassische Musik und kann Mozart von Bach unterscheiden. Ich weiß, wann der Prager Frühling war, wann der letzte  deutsche Kaiser abgedankt hat, warum die Weimarer Republik zum Scheitern verurteilt war und kann sämtliche Bundespräsidenten namentlich benennen- kann ich das wirklich noch??????

 Ja. Ich weiß eine Menge und dennoch muss ich zugeben, dass ich trotz dessen von so vielen Dingen null Ahnung habe. Ich weiß zum Beispiel nicht was morgen geschieht oder wie das Wetter wird. Ich weiß auch nicht, wie alle Funktionen meines Smartphone funktionieren – wohl aber auch, weil es mich schlichtweg nicht interessiert. Und ja,  ich hab auch keine Ahnung wie man die Relativitätstheorie berechnet oder könnte alle Primzahlen aufzählen. Auch den  Sinn mancher Verkehrsregeln könnte ich nicht mehr auf Anhieb erklären und das, obwohl ich Auto fahre. Und  bei der Frage, ob es wirklich Leben auf dem Mars gibt und ob unsere Welt morgen noch so ist wie heute würde ich kläglich versagen. Es gibt also vieles, was ich nicht weiß und wissen Sie was? Es macht mich null traurig.

So ist es halt im Leben. Man kann nicht alles wissen und letztendlich muss das auch gar nicht sein. Ist doch egal, ob ich weiß,  wer oder wie viele Leute meine Seite besuchen und lesen. Es ist auch wurscht, warum mein Smartphone eigenständig das Alphabet vorwärts wie rückwärts aufsagen kann und warum Cortana mir auf meine Fragen  eine Antwort liefert. Wichtig ist doch, dass ich über die Dinge, die mir wichtig erscheinen Ahnung habe und weiß, was ich nicht weiß, Ich finde, damit hab ich schon viel gewonnen. Zu mindestens die Erkenntnis, dass man so alt wie eine Kuh werden kann und doch immer noch dazu lernt. Und das tue ich jeden neuen Tag.

Neulich zum Beispiel lernte ich mal wieder, dass man  sich auf niemanden als auf sich selbst verlassen sollte und, dass es ratsam ist stets nochmals nachzufragen, wenn einem  eine Sache wichtig ist.  Es könnte nämlich sein, dass dann genau das passiert, was nicht passieren sollte nämlich nichts. Und bei einem Museums-besuch  habe ich  gelernt gute von schlechten Kaffeebohnen zu unterscheiden und  erfahren, dass der Kaffeegenuss absolut gesund ist.  Für mich als Kaffeetrinker eine unschätzbare Erkenntnis. Das tollste ist jedoch, dass ich mittlerweile auch endlich weiß, warum ich immer wieder die gleichen Fehler begehe. Verhaltensmuster nennt meine Therapeutin es.  Ja. Ich arbeite daran- versprochen- hoch und heilig.  

 Der beste Lehrmeister ist und bleibt das Leben. Von ihm kann man eine ganze Menge lernen, wenn man will. Was man heute nicht weiß, weiß man garantiert dann wenn es passiert oder sich eine entsprechende Situation ergibt. Unsere Köpfe – meiner eingeschlossen- sind mit so vielen unwichtigen Dingen voll, dass wir uns für die wichtigen Dinge des Lebens kaum noch begeistern können. Selbstredend mag jeder für sich entscheiden, was wichtig oder unwichtig ist. Natürlich gibt es Dinge, die man wissen sollte. Ein  gutes Allgemeinwissen ist schon förderlich und erleichtert eine Konversation ungemein. Es gab Zeiten, da dachte ich, wenn ich über etwas nichts wusste, dass ich blöde wäre. Aber mitnichten ist es so. Wer setzt fest, was der Mensch wissen sollte oder ob fachkundiges Wissen aufzeigt, ob du wirklich Ahnung hast.  Schlussendlich kann man doch heute alles nachlesen. Und genau das hab ich getan. Nachgelesen und meine Statistik angesehen. Nun. Entweder bin ich zu blond,  oder die Statistik ist schlichtweg zu kompliziert verfasst. Die  einzige Erkenntnis, die ich mit meiner Recherche gewonnen habe ist die, dass ich weiß, dass ich meinem Freund die Antwort höchstwahrscheinlich ein Leben lang schuldig bleiben werden. Sei`s drum. Ich würde ihm höchstwahrscheinlich auch die Antwort schuldig bleiben, wenn er von mir wissen wollte, ob zuerst das Huhn und dann das Ei da war. Eine Frage übrigens, die die Menschheit seit Generationen beschäftigt und worüber sich die Geister streiten.

Es gibt im Leben schlichtweg Fragen die kann man einfach nicht beantworten. Und das ist auch gut so. Manches muss man  einfach so hinnehmen wie es ist. Da nutzt auch das ganze Fragen nichts. Und wenn ich schon mal dabei bin zu hinterfragen, so sei die Frage erlaubt, was  wäre, wenn ich eine Antwort parat hätte? Würde es etwas daran ändern, dass ich mir  Woche für Woche meine Finger wund tippe und ich mir mein Hirn zermartere? Nein. Mit Sicherheit nicht. Das, was ich tue, tue ich gerne und ob es nun von zwei, zwanzig, hundert oder tausend  Menschen gelesen wird ist letztendlich so unwichtig wie ein Blatt im Wind.

Ich finde, man sollte Dinge, die man gerne tut nicht daran bemessen wie viele Leute man damit begeistern kann. Es sollte passieren, weil man es  gerne mag und für sich eine Art Befriedigung daraus zieht. Und das tue ich.

 Jedes Mal, wenn ich mit flinken Fingern meine Gedanken niederschreibe und eine neue Geschichte schreibe, hab ich das Gefühl mir etwas Gutes zu tun.  Und wenn ich ganz nebenbei dann auch noch  den einen oder anderen Menschen erreiche und ihm mit meinen geistigen Ergüssen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, so ist dies doch aller Mühe wert.


Ach. Solltest du es lesen, mein lieber Freund. Wo bleibt eigentlich dein Eintrag ins Gästebuch. 

 

In diesem Sinne

Herzlichst eure Lilo   

 

 

 

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