Lilo David 

Ihre Reise kann beginnen

Was die Nase doch so alles kann.

Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Hin – und wieder schlägt sie auch mal auf den selbigen. Aber das ist eine andere Geschichte. Heute geht es um unser aller Riechorgan. Unabhängig davon, ob sie klein, spitz, groß, knubbelig, rund oder groß ist. Unsere Nasen haben alle etwas gemeinsam:  Wir können damit wunderbar Gerüche erkennen. 

Dass wir manche Menschen nicht riechen können das wissen wir. Es soll ja sogar Paare geben, die sich innig lieben und sich dennoch im wahrsten Sinne des Wortes nicht riechen können. Da nutzt auch kein langes Duschen. Die Natur passt einfach nicht zusammen! Ebenso wissen wir, dass wir Angst durchaus in unseren feinen Nasen aufnehmen. Unser Geruchssinn ist ein Fern-Sinn. Etwas , was ich so übrigens nicht gewusst habe. Dank Google bin ich auch hier schlauer. Den Braten im Ofen können wir schon von draußen erschnuppern. Und, wer kennt nicht das Gefühl von plötzlichem Hunger, wenn man im Frühling oder Sommer in lauer Abendluft  noch einen Spaziergang wagt und einem  überall der Duft von gegrilltem entgegenströmt?  Unsere Nase hat ein enorm hohes Potenzial und kann spielend bis zu 10.000 Gerüchen unterscheiden.  Das  ist auch gut so! Nur so haben wir gelernt zu überleben, können essbares von ungenießbarem unterscheiden und Gefahren erkennen. Darüber hinaus ist natürlich unser Geruchssinn eng mit unserem Gefühlsleben verbunden. Gerne verbinden wir mit speziellen oder besonderen Gerüchen Erinnerungen aus unserer Kinderzeit oder, verknüpfen sie mit bestimmten Personen.  Alles in allem ist unsere Nase ein wunderbares Organ, dem wir viel zu wenig Aufmerksamkeit schenken.  Eigentlich nur dann, wenn wir etwas erschnuppern, was uns angenehm oder als unangenehm erscheint oder, wir  mal wieder mit Schnupfen zu kämpfen haben.

  Dabei kann unsere Nase viel mehr! Sie  hilft zum Beispiel bei unserer Körperhygiene. Zu mindestens gelingt es den meisten Menschen, sich zu duschen, wenn sie selber riechen, dass sie stinken wie ein Berber. Nichts gegen Berber.  Das sind garantiert reinliche und überaus freundliche Menschen. Ich bediene mich nur gerne gängigen alten Sprichwörtern.  Dass viele von uns eine Fahne aus Knoblauch- und Zwiebelgeruch als abstoßend empfinden, Parfumgeruch hingegen jedoch als angenehm, ist übrigens anerzogen. Also nichts mit Natur !  Vielleicht ist daher in südlichen Ländern der Geruch von Knoblauch eher im Alltag integriert. In unseren Breiten rümpft man ja gerne noch mal die Nase.

Wenn wir schnuppern, also versuchen gezielt einen Geruch wahrzunehmen, wussten Sie, dass sich dann unser Luftstrom verändert? Versuchen sie es mal selbst. Sie werden erstaunt sein, was da in unserem Körper passiert. Das liegt daran, dass wir Menschen bei angenehmen Düften  besonders viel Luft an der Riechschleimhaut im oberen Nasenbereich verströmen. Das tun wir instinktiv und schon sind wir erfüllt vom Duft einer blühenden Wiese, von leckerem Essen oder von für uns berauschenden Gerüchen. Wer was mag, das ist ziemlich individuell. Nur bei einem sind  sich unsere Nasen absolut einig! Stinkt es, halten wir die Luft an!  Das gilt übrigens auch für Gerüche, die wir in kleinen Mengen als angenehm empfinden, bei größeren Portionen jedoch unsere Nase am liebsten zuhalten würden. Wer kennt es nicht. Im Sommer , bei sengender Hitze neben und vor sich den Duft von Sound so vielen Duftwässerchen oder süßlich riechenden Deos. Da kann einem schon mal die Luft wegbleiben.

Auch in der zwischenmenschlichen Beziehung spielt unsere Nase keine untergeordnete Rolle. Auch, wenn wir  immer gerne denken, dass Sympathie  und womöglich Liebe  alleine von unserem Gefühl abhängt.

 Nein! Auch hier ist  unsere Nase, der alleinige Tonangeber. Nicht, der erste äußere Eindruck zählt, sondern, ob wir unser Gegenüber riechen mögen. Bei zwei Menschen, die sich sympathisch sind  ähneln sich nämlich die Gerüche. Mögen wir uns nicht, also sind uns auf Anhieb unsympathisch liegt es am falschen Geruch. Also, machen Sie sich das nächste Mal keine allzu großen Gedanken darüber, warum man Sie nicht mag oder, Sie den anderen einfach nicht ins Herz schließen können. Ihre Nase, Verzeihung, ihr Geruchssinn ist schuld! Das ändert sich auch nicht, wenn der oder diejenige haufenweise Parfüm benutzt. Unsere Nase lässt sich nicht täuschen. Wenigstens hier sind wir auf der sicheren Seite. Vorausgesetzt, wir lassen uns nicht von äußerlichen Gerüchen beeinflussen. Was leider in unserer modernen Welt immer wieder und mit Regelmäßigkeit geschieht. Man sollte sich halt doch mehr an die Natur halten. Zu mindestens könnten wir so mitunter Enttäuschungen im Vorfelde entgehen. Und, vielleicht ist dann auch die Partnersuche nicht mehr ganz so schwierig. Manche setzten ja gerne aufs falsche Pferd…… ich sage nur Pferdeäpfel .

 Unsere Nase kann vieles, wenn wir sie lassen. Nun ist es jedoch so, dass wir alleine auf Grund unseres Riechorganes keine großartigen und gewaltigen Entscheidungen treffen. Sollten wir aber, denn wie gesagt, die Nase lügt nie!

Anders als bei anderen Sachen lassen wir uns von unserer Nase nicht an der Nase herumführen. Der moderne Mensch hat verlernt mit seinem Geruchssinn zu leben.  Was natürlich auch nicht so leicht ist, in einer Welt, die so viele unterschiedliche und künstliche Gerüche zu bieten hat.  Wir lassen uns gerne von äußerlichen Reizen in die Irre führen. Der Mensch ist da komischerweise sehr eigen. Was wir optional riechen, mögen wir oder mögen wir nicht. So einfach ist es! Nein, eben nicht! Unser Geruchsinn ist einfach und ebenso kompliziert!

Unsere Welt ist voll von Gerüchen. Wir begegnen Ihnen tagtäglich. Auf dem Weg zur Arbeit erschnüffeln wir ganz nebenbei und ohne, dass wir es uns bewusst machen schon den Duft der Freiheit. Autoabgase, Benzingeruch, Parfum und andere Gerüchen bringen unseren Geruchssinn ganz schön ins Schwitzen. Kein Wunder, dass wir für uns wichtige Gerüche kaum noch wahrnehmen, weil es neben diesen Gerüchen auch solche gibt, die wir eben nicht augenblicklich und sofort erkennen. Diese duftlosen Gerüche speichert unser Gehirn in Millisekunden ab und, obwohl es das tut können wir sie nicht  bewusst riechen. Und, weil unsere Umwelteinflüsse immer größer und stärker werden, fällt es uns, den modernen Menschen auch immer schwerer uns auf unsere Nase zu verlassen. Unsere Entscheidungen  hängen von dem ab, was wir sehen- und nicht, was unsere Nase für uns tut.

 Lachen steckt an. Das ist allgemein bekannt. Jetzt haben aber Forscher der Universität Utrecht herausgefunden, dass Glücksschweiß eine ähnliche Kettenreaktion in Gang setzt. Befinden wir uns also in der Nähe einer Person, die vor Freude schwitz, kann dieser Duft uns augenblicklich ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Ich finde das großartig!

Nun ist es mit den Gerüchen natürlich auch solche Sache. An Knoblauch, Bier, unangenehmen Mundgeruch, Schweiß, Blumenduft, Autoabgasen haben wir uns gewöhnt. Und letztendlich können wir auch gar nicht anders als diese Gerüche aufzunehmen. Es sei dann, wir halten uns die Nase zu und gehen nur noch mit Nasenklammer durch die Gegend. Aber wer tut das schon? Was wir jedoch nicht wissen ist, wie riecht Sympathie, wie riecht Angst und, damit meine ich nicht den plötzlich auftauchenden beißenden Schweißgeruch, den manche Menschen und man selbst in Gefahrensituation verströmt. Ehrlich! So manches Mal würde ich schon gerne wissen, welche Gerüche unsere Körper verströmen. Sind es angenehme Düfte oder doch eher welche, auf die wir mit Freude verzichten können? Wir werden es nie wissen, selbst dann nicht, wenn es um uns herum mal weniger riechen und stinken würde. Hunde und Katzen haben uns da sehr viel voraus. Die riechen schon auf Meilen im Voraus, ob jemand Angst hat oder nicht.

Und wer weiß, vielleicht ist es auch gut so! Schlussendlich muss man nicht alles erschnüffeln. Möchte man wirklich Angst riechen, wenn es nach Dung oder nach etwas noch unangenehmeren stinkt? Will man es wirklich riechen, wenn man einen Menschen nicht mag? Immerhin besteht die Gefahr diesem Menschen nochmals zu begegnen. Man kann sie überall finden. Unter Kollegen ebenso wie unter Bekannten, Nachbarn oder schlimmer noch in der eigenen Verwandtschaft.  Na ja, zu mindestens könnte man sehen, wo wirklich Sympathien und keine vorgetäuschten vorhanden sind. Dennoch, das wäre mir dann doch zu viel des Guten. Kein Mensch baucht so viel an natürlichen Gerüchen!  Es ist schon gut, dass die Natur  Düfte ersonnen hat, die wir offensichtlich nicht wissentlich wahrnehmen können. Und, wenn Menschen, denen wir mit weitweniger Sympathie begegnen einen leicht berauschenden Geruch  nach Chanel No 5 , oder einem erdigen Männerduft verteilen,  halten wir es ja auch spielend ein paar Stunden mit ihnen aus. 

Nur  bei einem Geruch da überkommt mich dann doch so etwas wie leichte Melancholie und ehrliches Bedauern. Schade,  dass ich GLÜCK nicht erschnüffeln kann.

Wäre es nicht wundervoll, wenn wir es bewusst könnten! Vielleicht würden dann nicht mehr alle krampfhaft auf der Suche sein, sondern uns das nächste Mal, wenn wir meinen vom Glück übermäßig betrogen worden zu sein uns einfach neben jemanden stellen, der gerade in dem Moment einen wundervollen, leichten, beschwingten und süßen Duft von unendlichem Glück verströmt.

Es würde unsere Welt sicher  nicht besser machen, aber vielleicht doch ein wenig freundlicher und…

gibt  dem alten Sprichwort: Da verlasse ich mich doch lieber auf meine Nase" gleich ein ganz andere Bedeutung. 

 

In diesem Sinne

Herzlichst ihre / eure Lilo 

 

 

 

  

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