Lilo David 

Ihre Reise kann beginnen



Vom miteinander umgehen, von Freundschaften und der Selbsterkenntnis  …………..

 

Hin und wieder ist es gut sich selbst im Umgang mit seinen Freunden, Familie und Lieben zu reflektieren. Zu schauen, warum man sich so und nicht anders verhält und sich zu fragen, was hätte ich tun, oder besser machen können, um einen Bruch zu verhindern. Selbst dann, wenn wir einsehen müssen, dass wir am Ende hätten gar nichts besser machen können, weil wir alle letztendlich nichts anderes sind,  als Gefangene unserer manchmal ach so empfindlichen Seele .

Nichts ist komplizierter als der zwischenmenschliche Umgang und nichts kann größeren Schaden zufügen, oder womöglich zerstörerischer sein als die Beziehungen zum Partner, Familie und Freunden.

Jeder von uns macht diese Erfahrungen tagtäglich. Da gibt es Beziehungen, die man anfassen muss wie rohe Eier. Andere können schon mal einen kräftigen Ruck ab und wieder andere leben von stetigem Wandel und lässt Veränderungen zu. Wer denkt, das sind die Einfachsten irrt gewaltig.

Es ist und bleibt jedoch eine Tatsache, dass wir alle vor Enttäuschungen nicht gefeit sind. Sei es die vom  Partner, von der Familie oder was häufiger vorkommt von Freunden. Im Prinzip nichts Neues und dennoch hinterlässt jede Enttäuschung, egal wie groß oder klein sie auch gewesen sein mag,  einen bitteren Beigeschmack. Da kann man noch so klug reden und so tun, als würde man endlich über den Dingen stehen. Am Ende tun wir es nämlich doch nicht, weil jede Beziehung ein höchst empfindliches Konstrukt aus vielen Emotionen ist, dass sicherlich manches erdulden kann, aber auch nicht wie ein Gummiband unendlich dehnbar ist. Ist einer der Grundpfeile, also Zuneigung, Vertrauen, Freundschaft, Liebe und Glaube porös fällt es schwer sich unvoreingenommen zu begegnen. Jedes neue Aufeinander-treffen wird, oder kann dann zur Zerreißprobe werden. Handlungen und Äußerungen, die Frage, wie gehen wir miteinander um, wenn wir uns wiedersehen wird zur essentiellen Frage und manchmal führt ein unbedachtes Wort,, eine nicht vollzogene Handlung dazu, dass man sich über viele Monate hinweg nichts mehr zu sagen hat, oder die Beziehung völlig auseinander geht.

Wenn wir also schon  wissen, dass wir Menschen im Prinzip alles kleine Mimosen sind, warum fällt es uns dann so verdammt schwer unser Verhalten diesbezüglich zu ändern? Höchstwahrscheinlich deshalb, weil wir im Laufe unseres Lebens bereits eine Unmenge an Enttäuschungen aushalten mussten  und von uns, ab einem gewissen Alter erwartet wird, dass wir im Umgang mit anderen souverän und erwachsen auftreten.

Leider geht allzu oft die hochgelobte  Souveränität baden, wenn es um das höchst komplizierte Verhältnis zwischen Herz und Verstand geht. Mancher von uns reagiert viel zu oft Kopflos und blind. Und in manchen Fällen führt es dazu, dass man sich womöglich Jahre lang nichts mehr zu sagen hat oder sich aus dem Weg geht. Natürlich reagieren wir nicht alle gleich und sind in unserer Streitkultur im höchsten Maße so unterschiedlich wie die Farben des Regenbogens. Was allerdings das Miteinander nicht unbedingt vereinfacht.  

 Mancher wägt ab, ob es sich lohnt über eine Unstimmigkeit zu reden, ein anderer nimmt die Sache erst gar nicht so ernst und weiß überhaupt nicht warum der Partner, oder Freund distanzierter ist als sonst und ja,  einige unter uns merken nicht einmal, wenn sie andere verletzten. Ich für meinen Teil weiß immer gar nicht, welcher Typus mir am liebsten ist. Die, die Schweigen, die lieber so tun , als wäre nichts oder doch diejenigen, die so überhaupt nichts merken.

Am einfachsten sind natürlich diejenigen, die schweigen. Man kann so herrlich mit schweigen und so tun, als wäre alles in bester Ordnung. Was selbstredend natürlich nur eine große Selbsttäuschung ist und das Verhältnis nicht einfacher werden lässt. Am Ende sind das nämlich die Beziehungen / Freundschaften, bei denen  man sich irgendwann rein gar nichts mehr zu sagen hat, weil so viele Dinge unausgesprochen geblieben sind.  Schwieriger ist es mit dem Typus“ Ich hab nichts getan“. Kann man da mit Kritik oder womöglich Vorwürfen kommen, wenn derjenige nicht mal die Empathie besitzt zu merken, dass sein Verhalten verletzend war? Und wie verhält man sich denjenigen gegenüber, die zwar wissen, dass sie sich absolut daneben benommen haben und dennoch so tun, als wäre es nicht schlimm und man würde sich nur unnötig anstellen, oder empfindlicher sein als andere ?

Selbstredend kann man nicht von jedem erwarten mit großer Empathie gesegnet zu sein. Und noch unvernünftiger ist es, zu glauben, dass der andere weiß, wann die Grenze des Erträglichen erreicht ist, wen man selber nichts sagt und sich womöglich zurückzieht. Dennoch tun wir es immer und beinah täglich. Wir tun es, weil wir hoffen und glauben, der andere möge die Signale verstehen, wissen wie wir uns fühlen und das sein Verhalten uns enttäuscht hat. Dabei weiß doch jeder, nonverbale Kommunikation ist nicht der Weisheit letzter Schluss , Gedanken sind nicht lesbar und  überhaupt steht das Befinden niemanden auf der Stirn geschrieben. 

Wir stellen also fest, das menschliche Miteinander ist  nicht leicht.  Da gibt es solche Sachen wie Loyalität, die leider Gottes mancher für sich anders interpretiert als der Rest. Es gibt Ehrenkodexe, an die man sich halten sollte, weil alles andere wäre gleich zu setzten mit  Hochverrat, auf das übrigens jahrhundertelang die Todesstrafe stand. Mancher Freund hat im Mittelalter mit seinem Kopf bezahlt. Nun leben wir im Heute und Jetzt und das ist auch gut so. Dennoch verhalten wir uns ab und an , als würden wir immer noch mit Lendenschurz oder Ritterrüstung durchs Leben gehen. Evolution braucht seine Zeit. Auch die im zwischenmenschlichen Umgang. Ja. Und wie steht es eigentlich mit gesellschaftlichen Normen, die wir von Kindesbeinen an mitbekommen haben. Jeder erinnert sich an Sätze wie" So etwas tut man nicht, das kannst du nicht sagen, bleib diplomatisch und und und.  Solange zwei oder mehrere die gleiche Sprache sprechen wird es auch ein Leichtes sein Unstimmigkeiten auf netter Weise und ohne großen Schaden bereinigen zu können. Schwieriger wird es da schon, wenn sich die gemeinsame Sprache verändert und blau eben nicht mehr blau ist und grün nicht mehr grün. Da ist es schon besser deutlich und ohne zu zögern zu sagen, was einem nicht gefällt und passt, unabhängig von all dem gesellschaftlichen Ballast, den wir mit uns herumtragen.  Nur leider  tun wir dies so selten. Warum, ist wohl eine Frage, die sich jeder selbst beantworten muss.

Ich für meinen Teil weiß, warum ich so und nicht anders reagiere .Und  trotz Wissen, einem besseren Verständnis anderen und mir gegenüber - meiner langjährigen Therapie sein Dank ,  bin ich eben doch nicht immer  in der Lage anders zu handeln , als mit Rückzug und diesem berühmten Eingeschnappt sein. Unsicherheit, die Angst , vor einer neuen Enttäuschung  oder gar einer drohenden Zurückweisung macht ein souveränes erwachsendes Verhalten manchmal so verdammt schwierig.  Da lautet meine Devise schon eher :  „ Ziehe dich zurück bevor du verletzt wirst“. Ja. Absolut idiotisch und nicht gerade souverän. Aber wo steht geschrieben, dass wir immer und überall souverän  reagieren müssen. Macht alleine die Tatsache des Erwachsenseins aus uns Wissende und korrekt handelnde Menschen? Nein, weil Herz und Gefühl sich selten auf gesellschaftliche Spielchen einlassen. Das war früher schon so und ist heute noch genauso. 

Erfahre ich Enttäuschungen ,  verkrieche ich mich  im stillen Kämmerlein und hadere mit denen, die mir bewusst oder unbewusst vor den Kopf gestoßen haben. Anstatt die Fahne der Gerechtigkeit hoch zu halten, hinzugehen und ihnen die  Meinung zu sagen, fühle ich mich übergangen und  freundschaftlich betrogen. Ich mag kein Lächeln , dass man mir nicht ehrlich entgegenbringt und Freundschaften, die nicht mal das Wort wert sind , mag ich noch weniger. Nein. Mich auszuschließen , vor was auch immer,  ist ein Schlag mitten ins Gesicht. Wohlgemerkt, dem freundschaftlich  zugewandten Gesicht.Unter Freunden und Familie möchte ich zu mindestens gefragt werden. Dann habe ich die Möglichkeit mich dagegen oder dafür zu entscheiden. Alles andere führt  dazu, dass sich im meinem Hirn tausend unterschiedliche Gründe festnageln , die ich nur schwer wieder los werde. In manchem Fällen ist mein Ruf nach Verrat das einzige Mittel, dass mir dann  diese unmögliche und manchmal verletzende  Situation halbwegs begreiflich macht.Was nutzt mir jedoch die ganze Selbsterkenntnis , wenn ich trotzdem mein Verhalten nur schwer überwinden kann?. Nichts , denn wie so oft sind Wissen und Handeln zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe. Selbst dann, wenn der glaubhaft gereichte Schuhe viele Nummern zu groß ist.  

Dabei wäre alles so einfach. Wie heißt es so schön: „ Fragen kostet nichts „  Und nicht in jeder Handlung steckt eine böse Absicht. Dennoch beiße ich mir lieber auf die Zunge als nachzufragen.

Dumm ist es allemal.

Aber heißt es nicht auch:  „ Nobody is perfect“…………

Das mag vielleicht nicht immer die beste Entschuldigung sein, aber die einzige die ich heute und hier anzubieten habe.

Was nicht bedeutet, dass ich mich nicht ändern kann…..

Ich arbeite daran und wer weiß, vielleicht ereilt mich irgendwann meine ganz eigene Souveränität in einem Moment, einer Situation, oder einem Zwist, in dem  ich am allerwenigsten damit rechne .

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

 

In diesem Sinne herzlichst eure Lilo .

 

  

 

 

 

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