Lilo David 

Ihre Reise kann beginnen

Warum Umweltschutz wehtun muss, und zwar allen!  

Seit Monaten liest man nichts anderes mehr, als Umweltschutz, Klimakatastrophe, Emissionen, CO 2 Steuer und bei manchen Schreckensszenarien, was uns in dreißig oder vierzig Jahren blühen wird, wenn wir nicht endlich anfangen, mehr für unsere Mutter Erde zu tun, kann einem angst und bange werden. Neulich erst stand in einem Artikel, dass, wenn wir so weitermachen in dreißig Jahren Temperaturen, um die 45 Grad zu erwarten sind, der Meeresspiegel rasant angeschwollen ist, weil die Pole längst geschmolzen und es Länder, wie Holland, die weit unter dem Meeresspiegel liegen, nicht mehr geben wird. Ja, selbst meine Heimatstadt wird wohl unter Wassermengen begraben sein, und nur wenigen Menschen wird ein Überleben gelingen. Water World lässt herzlich grüßen. Und was tun unsere Damen und Herren Politiker? Sie verharren im Stillstand, trösten uns mit netten Worten und winden sich vehement gegen beinah alles, was die Erde und somit auch uns retten könnte

Da stellt sich eine Landwirtschaftsministerin lächelnd vor die Kamera und referiert , gemeinsam mit dem Verantwortlichen eines, wie ich finde, dann doch eher fragwürdigen Konzerns, über all das, was sie gemeinsam bereits an Anstrengungen unternommen haben, anstatt endlich, wie in anderen Ländern längst üblich, eine einfache Ampelregelung umzusetzen und per Gesetz, Konzerne dazu zu verpflichten weniger Zucker und Zusatzstoffe, in ihren Lebensmitteln zu verarbeiten. Unsere Umweltministerin geht sogar gleich einen Schritt weiter und beschließt rein gar nichts und setzt lieber auf Freiwilligkeit. Ach ja und weil sie es mit dem Umweltschutz ja so genau nimmt, ebnet sie gleich 25 gefährlichen und krebserregenden Stoffen den Weg in die Landwirtschaft. Ich bin mir sicher, da werden ihr die Konzerne ein Leben lang dankbar für sein. Vielleicht hätten sich beide zusammentun können, die Verantwortlichen von VW, BMW, Mercedes und Co, Henkel, Beiersdorf, Krupp, Bayer und Nestle und Co einladen und die „ Lange Nacht der Volksverdummung“ ausstrahlen sollen. Sowas nennt man dann Comedy pur!  Da fragt man sich doch allmählich, ob diese Frauen nicht doch ihren Beruf verfehlt haben und sich lieber auf dem Arbeitsmarkt umsehen sollten?

Was ist nur los mit unseren Politikern? Blind und taub geistern sie durch die politische Landschaft, lächeln alle Probleme weg und tun so, als hätten wir, die Bevölkerung keine Ahnung von Nichts und wären allesamt nur Schwarzmaler. Was nutzen uns Wahlen, wenn der Auftrag, den wir per Stimme abgegeben haben, nicht umgesetzt wird? Wenn Aktivisten mundtot gemacht, deren Aktionen mit Polizeigewalt eingedämmt werden und unsere Jugend, die seit Monaten jeden Freitag auf die Straße geht, nicht beachtet wird, sondern belächelt und als Schulverweigerer bezeichnet werden?

Was wir wirklich brauchen, und zwar eigentlich schon seit vorgestern, ist ein beherzter und ambitionierter Umweltschutz. Sind Minister, die endlich Rückgrat zeigen, sich gegen die Konzerne mit eindeutigen Gesetzen stellen und endlich fordern und regeln, anstatt zu bitten und freundlich zu lächeln. Andere Länder können es doch auch und machen uns schon längst, in Sachen, Umweltschutz und Nachhaltigkeit etwas vor. Norwegen zum Beispiel verschärft, ab 2021 seinen Emissionsschutz und verbietet sogar, ab 2026,  Kreuzfahrtschiffen, die mit Schweröle ihre Motoren anheizen, die Reisen, in ihre Fjorde. Selbst ein Land, wie Ägypten, hat ein Gesetzt erlassen, dass ab 2021 Plastik, im Roten Meer  verbietet. Und Polen, von dem man oft genug glaubt, es läge noch weit hinter den Russen zurück, feiert im nächsten Monat dreißig Jahre, die Einführung einer CO 2 Steuer. Und was haben wir? Dreißig Jahre Wiedervereinigung, halbherzige Gesetze und Politiker, die anscheinend unfähig sind zu handeln. Deutschland, als Vorreiter das war einmal. Wir sind längst die, die weit hinter allem zurückliegen und irgendwie scheint es die Verantwortlichen überhaupt nicht zu stören. Sie leben, wie Biene Maja in den Tag hinein uns fliegen von Blüte zu Blüte.    

 Dabei kann unser Staat, wenn er will, durchaus Gesetze erlassen. Nehmen wir nur mal das Antirauchergesetz. Große Kampagnen wurden ausgerufen und Millionen von Euros wurden in Antiwerbung und Aufklärung investiert. Das war ein Eingreifen in persönliche Rechte, nur mal so nebenbei bemerkt. Gab es Gegenwehr? Nein und wenn, war die so leise, dass sie kaum jemand gehört hat. Nur in Sachen Umweltschutz, Emissionen, CO 2 Steuer und ausreichenden Verboten für Industrie und Handel scheint es mit den Ambitionen nicht weit her zu sein. Man könnte glatt vermuten, aber wirklich nur ganz leise und auch nur am Rande, dass der Geldhahn für manche Politiker einfach zugedreht wird und die versprochenen Posten, in Vorständen und Gremien, nach politisch beruflicher Karriere halt dann doch anderweitig vergeben werden.

Umweltschutz muss wehtun, und zwar allen!  Da führt kein anderer Weg vorbei. Auch, wenn das bedeutet, dass der Einzelne auf einen gewissen Luxus und Standard verzichten muss. Wozu bedarf es zwei oder drei Automobile?  Warum muss man per Auto zum Brötchen holen fahren, wenn der nächste Bäcker, zu Fuß, in nur 10 Minuten zu erreichen ist? Weshalb müssen Eltern ihre Kinder, in die Schule oder Kindergarten kutschieren, wenn es auch per Fahrrad oder zu Fuß geht? Muss Bio - Obst in Plastik erstickt werden und Produkte, wie Kekse doppelt und dreifach in luftdichten Verpackungen zum Verkauf angeboten werden? Und, warum zum Henker bieten Supermärkte die sogenannten Single-Obst- Portionen an? Sind Single unfähig ein Messer zu halten und sich ihre Ananas oder Banane selbst zu schneiden? Ist es wirklich notwendig dreimal im Jahr in den Urlaub zu fliegen und müssen überhaupt Inlandsflüge in Deutschland sein, wenn man auch mit der Bahn fahren könnte? Natürlich muss dafür der Nahverkehr besser ausgebaut werden und vor allen Dingen für alle bezahlbar bleiben. Und noch etwas halte ich für immens wichtig. Umweltsünder, egal, ob privat oder aus der Wirtschaft, müssen endlich strenger zur Kasse gebeten werden. Das darf kein Kavaliersdelikt mehr sein. Vieles, was wir eigentlich noch immer belächeln muss Normalität werden. Letztendlich sollten wir alle unseren Fleischverbrauch drastisch einschränken. Früher gab es auch nur den Sonntagsbraten. Warum, also nicht dahin zurückkehren und unter der Woche fleischlos bleiben? Die Welt würde davon nicht untergehen. Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Und man könnte sogar noch weitergehen, vorausgesetzt die Politik beweist endlich Mut und Rückgrat. Firmen, die sich nicht an Umweltauflagen halten oder sich am Umweltschutz beteiligen, Café noch immer in Plastikbechern anbieten,  müssen mit saftigen Strafen geahndet werden. Denn, wenn wir eines ganz genau wissen, ist es das der Umweltschutz keine Modeerscheinung ist und kein umtriebiger Geist, den man mit einem lauten BUH verscheuchen kann. Es ist verdammt real und sichert unser aller Fortbestand.

Einiges hat sich ja auch schon getan, wenn allerdings auch nur halbherzig. Plastiktüten sind verschwunden und in den Obstabteilungen der Supermärkte kann man jetzt Obstnetze kaufen, um seinen Einkauf sicher nach Hause zu bringen. Aber mal ehrlich, wer benutzt die, wenn nach wie vor Äpfel, Erdbeeren, Kirschen und anderes Obst, in großzügigen Plastikverpackungen in den Regalen liegen. In den Städten boomt der Fahrradverleih und man kann, vorausgesetzt man hat via Computer sich im Voraus eine Benutzerkarte aktiviert und bezahlt, an verschiedenen Haltepunkten ein Stadtfahrrad ausleihen. Schöne Idee, aber immer noch viel zu kompliziert. An Mülleimern und einigen Werbeflächen prangern Aufkleber mit der Aufforderung << Mach mit<< wer liest das schon und vor allen Dingen, wo findet man noch ausreichend Mülleimer in der Stadt? Und, wenn man welche findet, sind diese meistenteils so überfüllt, dass der ganze Unrat einfach auf dem Boden liegt. Dieselfahrverbote in fast jeder Stadt. Aber auch hier gibt es genügend Mittel und Wege trotz Diesel weiterhin zu fahren. Nimmt man halt andere Straßen! Bekanntlich führen alle Wege nach Rom. Warum wird die Autoindustrie nicht dazu verdonnert, endlich umweltfreundliche Motoren zu entwickeln? Übrigens, Elektro - Mobilität ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Da gibt es wesentlich bessere und sinnvollere Alternativen. Allerdings fehlt ihr der Mut ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Alternative Energien werden angedacht und doch nie umgesetzt, weil man letztendlich dann doch lieber in Kohlekraftwerken investiert. Die Liste könnte endlos weitergeführt werden. Und deshalb sage ich frei heraus:

 <<Schluss mit der politischen Vetternwirtschaft und der Kungelei<< 

 Was wir brauchen sind kompetente Menschen, Gesetze die regeln und verbieten, keine schlammigen Vorschläge und erst recht  keine Freiwilligkeit. Lobbyismus kann wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich von Vorteil sein, sofern es nicht zum Hindernis für eine bessere Umweltpolitik wird.

Gestern meinte eine junge Mutter, die ihr zweites Kind, gerade mal zwei Monate alt, auf dem Arm trug<< Ja, wir sind egoistisch, dass wir noch ein Kind bekommen haben, in einer Welt, die doch eigentlich wenig oder vielleicht sogar gar keine Zukunft zu bieten hat<<

Mir vorzustellen, dass meine Kinder, in dreißig Jahren womöglich ums nackte Überleben kämpfen müssen, macht mich sprachlos, wütend die Vorstellung, dass mein Enkel vielleicht nicht einmal seinen 34 Geburtstag feiern kann, rebellisch und fast anarchistische Gedanken erreichen mich, wenn ich sehe, wie wenig getan wird, um eine solche Zukunft abzuwenden . Das, was uns oft prophezeit wird, ist kein futuristisches Hirngespinst verrückter Wissenschaftler und sogenannten Schwarzsehern. Es ist das, was die Menschheit zu erwarten hat, wenn wir nichts dagegen tun. Und vielleicht ist der Wunsch nach einem Kind nicht egoistisch, sondern Hoffnung auf eine bessere, saubere und gesündere Welt, ein eindeutiger Auftrag an alle Verantwortlichen dafür zu sorgen, dass „Unser blauer Planet“ auch noch morgen bewohnbar bleibt und es eine Zukunft für uns alle gibt.. 

In diesem Sinne

Herzlichst eure Lilo.  

 

 

 

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