Lilo David 

Ihre Reise kann beginnen

Warum ich nicht jeden umarmen und küssen möchte!

Was wäre die Welt ohne Wissenschaft und Forschung?

Ein Volk von lauter Dummen!

Na ja, vielleicht nicht ganz. Die eine oder andere Erkenntnis hätte man vielleicht auch so, per Zufall gefunden. Schlussendlich waren viele Erfinder keine Wissenschaftler, sondern lediglich Menschen mit ausgeprägter Neugierde. Aber es ist schon so, dass die Wissenschaft uns tagtäglich mit neuen Erkenntnissen, Entdeckungen und Forschungen beglückt. So stellten Psychologen, der US- amerikanischen Carnegie Mellon University vor nicht geraumer Zeit fest, dass Berührungen, Küsse und ein inniges Miteinander uns Menschen auf wunderbarerweise guttun. Es stärkt nicht nur unser Immunsystem, sondern Menschen, die häufig umarmt werden, leiden weniger unter Konflikten oder anderen negativen Erlebnissen. Je mehr wir uns umarmen und küssen, desto friedvoller soll demnach die Welt sein. Abgesehen davon soll jede noch so kleinste Berührung  unser Herz- Kreislauf – System stärken und Erkrankungen vorbeugen. Ginge es also rein nach wissenschaftlichen Aspekten, sollten sich die Menschen viel öfter drücken, küssen und knuddeln.

  Man stelle sich nur mal vor all unsere politischen und weltlichen Probleme würden per Umarmung gelöst werden können? Anstatt das manche Politiker vor lauter Narzissmus die Welt ins Wanken bringen, könnte man Trump, Erdogan, Putin und so manchen Politiker der ultrarechten Flanke in einen sogenannten Kuschelraum stecken. Hier könnten sie dann nach Herzenslust drücken, kuscheln und sich am Ende einen freundschaftlichen Bruderkuss geben und die Welt wäre wieder in Ordnung. Vielleicht könnte so auf dieser Weise Millionen von Dollar und Euro, die man sonst für Rüstung und anderen unliebsamen Dingen ausgibt gespart werden und manches Leid einiger Völker gleich mit. Eine ziemlich unrealistische Fantasterei!

Natürlich gibt es Länder, in denen eine Umarmung und ein Kuss auf die Wangen schon lange als Regel gelten.  

Nehmen wir nur mal die Franzosen. La Brise, wie in Frankreich liebevoll der Begrüßungskuss genannt wird, wurde schon unter den Franzosen des Mittelalters als einzig sinnvolle Begrüßung gewählt. Wer in Frankreich nicht automatisch dem anderen einen herzlichen Kuss auf die Wangen drückt, gilt unweigerlich als Ausländer. Oder, die Russen.  Hier entstand das sich küssen und umarmen zwar nicht aus zwischenmenschlichen Gründen, sondern, Anfang des 19. Jahrhunderts galt es als Zunfttradition, dass Arbeiter aus Solidarität sich gegenseitig auf die Wange küssten. Aber immerhin wurde aus diesem politischen Statement, schon während der Russischen Revolution eine allgemein anerkannte Sitte. Und, wer kennt nicht die Mär vom Nasenkuss, den sich die Inuit selbstredend tagtäglich gegenseitig geben? Dabei ist in Fachliteratur weit wenig darüber zu lesen. Dennoch, während wir im alten guten Europa noch steif und ungelenk uns zur Begrüßung die rechte Hand gaben, küssten sich andere Völker bereits durch den Tag.  Ob sie nachweislich gesünder und ein wohl wollendes Miteinander leben, diese Frage bleibt trotz allem ungeklärt. Denkt man, an die Geschichte kommt man eher zu dem Entschluss das Kuscheln und Küssen nicht unbedingt friedvoller macht.

Wie auch immer. Geküsst und sich herzlich umarmt, wird bei uns nur unter Freunden und manchen Verwandten. Und, ich finde das auch völlig in Ordnung. Nicht jeder mag geküsst oder umarmt werden und mal ehrlich, auch ich möchte nicht jeden küssen oder umarmen. Ich glaube nicht, dass es an meiner hanseatischen Herkunft liegt. Obwohl, man uns Fischköppen und Pfeffersäcken ja gerne eine gewisse Kühle nachsagt.

 Natürlich sind wir uns alle einige, dass es manchmal einfach eine Umarmung oder ein Kuss braucht, um sich besser zu fühlen oder, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Dennoch tue ich mich etwas schwer mit diesem saloppen Küssen und Umarmen. Nicht, dass ich etwas gegen Berührungen hätte oder ich mich genieren würde. Es ist nur so, dass ich mit einer Umarmung und einem Kuss auch so etwas wie Intimität und eine gewisse Verbundenheit verbinde und die wiederum hege ich nicht für jeden meiner Mitmenschen. Für mich sagt ein öffentlicher Kuss oder eine Umarmung viel mehr aus, als ein saloppes < Hallo<. Ich zeige damit nicht nur demjenigen, den ich umarme, dass ich ihn mag und schätze, sondern auch allen Umstehenden wird in dem Moment ziemlich deutlich, dass sich hier zwei Menschen begegnen, die sich gut kennen und etwas miteinander verbindet.

Was fange ich also jetzt mit dieser neuen Erkenntnis an? Nichts, würde ich einfach behaupten.

Es ist halt mit der Wissenschaft wie mit allem anderen auch. Manche Erkenntnis brachte der Welt eine revolutionäre Veränderung ein und anderes wiederum hätte man der Menschheit ruhig ersparen können, weil es entweder nichts einbrachte, Konflikte heraufbeschwor oder für zu einer allgemeinen Verwirrung sorgte.

Von mir aus darf jeder, der will und kann zukünftig den Nachbarn, den Arbeitskollegen, die freundliche Kassiererin im Supermarkt, den Post und DHL Boten und und und umarmen und herzen. Es tut ja laut Wissenschaft nicht nur gut, sondern kann unter Umständen so manches Problem von alleine lösen. Und vielleicht ist die Idee mit dem Kuschelzimmer für manchen souveränen oder weniger souveränen Staatsmann gar nicht mal so übel?

Ich für meinen Teil bleibe dennoch bei der guten alten Sitte und reiche gerne jedem der mag meine rechte Hand. Küsse und Umarmungen bleiben nach wie vor denen vorbehalten, die ich in mein Herz geschlossen habe.

In diesem Sinne

Herzlichst eure Lilo 

 

 

 

 

 

   

 

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