Lilo David 

Ihre Reise kann beginnen

Warum mir Privatsphäre im Bad wichtig ist  und, warum ein Bad im Schlafzimmer ein absolutes No- Go ist! 

Es soll ja bei lang verheirateten oder zusammenlebenden Paaren mit den Jahren üblich sein, sich für ein Zweitschlafzimmer zu entscheiden. Für mich ist das ja nichts! Also, getrennt schlafen! Ich brauch diesen gewissen Körperkontakt.  Es gibt mir das Gefühl sicher wie in Abrahams Schoß zu liegen. Selbst zu Zeiten, als meine bessere Hälfte schnarchte, als wäre er ein Kanadischer Holzfäller auf geheimer Mission, brachte ich es nicht übers Herz woanders als in unserem Bett zu schlafen. Jetzt schnarcht er zwar nicht mehr, sieht aber dafür mit seiner Schlafmaske aus wie eine Kopie von Darth Vader. Trotzdem! Ich bleib dabei – keine getrennten Betten!

Überhaupt halte ich nicht viel von Trennung. Ich brauche weder getrennten Urlaub, keine getrennte Kassen, noch will ich getrennt von Tisch und Bett sein. Da bin ich ziemlich altmodisch!  Nur bei einer Sache da würde ich mir meine sonst rigorose Einstellung wahrlich überdenken.

Neulich hab ich nämlich gelesen, dass es in den deutschen Bädern und Schlafzimmern eine Revolution gibt. Der neue Trend heißt:

 Schlafzimmer mit integriertem Bad

Und, wie gerufen flatterte mir dann natürlich auch gleich  so ein Werbemagazin einer bekannten Baumarkt- Kette ins Haus. Gleich auf zwei Seiten konnte man exakt genau solche Bad- Schlafzimmer- Kombinationen sehen

  Wie ein Bad mitten in den heiligsten vier Wänden? Oh mein Gott, will ich das wirklich, ich meine jede Minute miterleben, wenn sich mein Partner duscht, wäscht, die Zähne putzt oder irgendwelche geheimen Dinge tut, von denen ich bislang keine Ahnung hatte und , die ich unter Umständen auch gar nicht wissen möchte? Meinem Mann scheint dieser neu moderne Kram  jedenfalls gefallen zu haben. Nach ausgiebigem Studium dieser besagten Wurfwerbesendung  meinte er ganz trocken<< also, eine Wanne krieg ich ins Schlafzimmer, wenn du möchtest<<

Möchte ich? Um Gottes willen , nein!

 Nach wie vor bestehe ich darauf und das trotz des Schwurs, in guten wie in schlechten Tagen, mit mir und dem Bad alleine zu sein.

Ich will  meinem Mann nicht beim Zähneputzen zusehen, nicht exakt wissen, wann und wie er auf Toilette geht, selbst dann nicht, wenn diese durch eine Glastür vom Bad und Schlafzimmer getrennt ist und es gehört auch nicht zu meinen sehnlichsten Wunsch, ihm beim Baden zuzusehen.

 Ich hab ganz und gar nichts gegen ein gemeinsames Bad. Das kann sehr erquickend und erotisch sein, vorausgesetzt man hat eine Wanne, die für zwei reicht. Nichts ist schlimmer als mit dem nackten Hintern auf dem Stöpsel vom Abfluss zu sitzen. Aber womöglich Abend für Abend zusehen, wie mein Göttergatte sich seinen Rücken schrubbt, während ich bereits im Bett liege -Nein Danke!

 Abgesehen von der Privatsphäre, die für mich absolut wichtig ist, habe ich so wenigstens noch das Empfinden, zu mindestens im Bad mich meiner Nacktheit und Intimität völlig allein widmen zu können. Und ehrlich, ich  will  nichts darüber wissen, ob mein Mann  geheime Rituale hat und sich womöglich Abend für Abend am Sack kratzt,  in der Nase bohrt  oder sonst was tut! Dieses Wissen darf er gern ganz für sich alleine behalten! Punkt aus!  

Schlussendlich möchte ich auch nicht,  dass er mich dabei beobachtet, wie ich mir meine Anti- Falten Creme mit verbissenen Augen ins Gesicht schmiere, ich ungeschickt mit Zahnseide hantiere, nur weil ich immer noch nicht den Pfiff raus hab,  oder meine Beine und Po mit Argusauge auf eventuelle neue Dellen inspiziere. Und auf keinen Fall möchte ich auch nur einen einzigen Zuschauer haben, wenn ich Pipi machen muss!

Ich finde, seinem  Partner bei der täglichen Hygiene zuzusehen ist wie Fischessen. Ich mag Fisch und dennoch möchte ich nicht zusehen, wie ihm der Kopf abgeschnitten wird, man ihn ausweidet und filetiert. Frisch von der Theke und gut verpackt, ist mir Fisch ab liebsten!  Dann hab ich so richtig Heißhunger auf ihn!   

 Ein paar Geheimnisse halten die Liebe und das Begehren wach. Zu viel über die körperlichen Intimitäten seines Partners zu wissen, muss nicht bedeuten sich näher zu kommen. Im Umkehrschluss könnte es nämlich passieren, dass einem der eigene Partner mit der Zeit alles andere als erotisch und attraktiv erscheint, wenn man so ganz genau weiß, was sich sonst hinter verschlossener Tür abspielt.

Meine Damen, mal ganz ehrlich. Hätten Sie noch Lust auf ihren Partner, wenn sie fünf Minuten vorher zugesehen haben, wie er seine Eier hin und her schaukelt , sich am Hintern kratzt und womöglich seinen Finger in der Nase hatte?

 Ich nicht !

Es ist schon so schwer genug, Erotik und das gegenseitige Verlangen aufrechtzuerhalten, wenn man gemeinsam schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Und ja, ich finde, wenn kleine Geheimnisse bleiben, bleibt der Partner auch irgendwie so ein klein wenig interessanter.

Von mir aus können andere ihre Bäder nach Herzenslust  integrieren, wo immer sie es wollen.

Und Nein. Ich bewerte es noch nicht mal. Schließlich kann jeder tun, was ihm beliebt. 

Nur mögen, muss ich es nicht. Diese Freiheit nehme ich mir  und halte mich da lieber an den guten alten Spruch, den meine Mutter schon zu sagen pflegte.:

Männer und Frauen dürfen alles essen, sollten aber nicht alles wissen und sehen schon mal gar nicht!

Das gilt in der Beziehung ebenso wie anderswo.  

In diesem Sinne

Herzlichst eure Lilo.

 

 

 

 

 

 

 

   

Email